Rezepte

Barista Haferdrink

Barista Rezept - Latte Art mit selbstgemachter Hafermilch
Latte Art aus selbstgemachtem Haferdrink

Der Barista-Haferdrink ist eine sehr beliebte Version des Haferdrinks. Das Ergebnis der Schäumbarkeit ist für Viele noch der Grund, Hafermilch* (im Tetrapack) zu kaufen, anstatt sie selber zu machen. Wir haben schon viele Experimente diesbezüglich gemacht und möchten hier ein Rezept veröffentlichen, von dem wir eine sehr positive Rückmeldung (und dieses Latte Art Bild) bekommen haben.

Wir haben das Rezept aktualisiert, Tipps ergänzt und zusätzlich eine zweite Variante mit Lupinenmehl entwickelt, die den Proteingehalt erhöht und für besonders stabilen, feinporigen Schaum sorgt und damit auch für Latte Art geeignet ist.

Inhalt

Barista Haferdrink selber machen (Rezept)

Selbstgemachter Barista-Haferdrink mit Latte Art und Schaumproben
Selbstgemachter Barista-Haferdrink und Schaumproben aus unseren Versuchen

Zutaten

  • 1L (gefiltertes) Leitungswasser
  • 90 g zarte Haferflocken
  • 20g Dinkelflocken (Kleinblatt)
  • 1 EL neutrales MCT-Kokosöl (Alternativ: Rapsöl)
  • 1 TL Sonnenblumenlecithin (gestrichen bis gehäuft; alternativ Sojalecithin)
  • 1 Prise Salz

Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Flocken & heißes Wasser mixen: Die Hafer- und Dinkelflocken mit 1 Liter etwa 70 °C heißem Wasser im Mixer auf hoher Stufe gut mixen. Ohne Thermometer: Dafür 300 ml Wasser mit Zimmertemperatur und 700 ml kochendes Wasser verwenden. Wenn du ein Thermometer hast, prüfe vor der Zugabe von N1 die Temperatur der Mischung.
  2. N1 zugeben: Bei etwa 70 °C 2 Tropfen Enzymlösung N1 einrühren und etwa 20 Minuten wirken lassen.
  3. N2 zugeben: Nach etwa 20 Minuten ist der Drink normalerweise auf ungefähr 60 °C abgekühlt. Bei dieser Temperatur 2 Tropfen Enzymlösung N2 einrühren und etwa 40 Minuten wirken lassen, bis die gewünschte Süße erreicht ist. Dabei kühlt der Drink weiter ab.
  4. Filtern: Den Drink durch einen Leinenfilterbeutel abfiltern.
  5. Barista-Zutaten einmixen: Pro Liter 1 EL MCT-Kokosöl oder Rapsöl, 1 TL Sonnenblumenlecithin (gestrichen bis leicht gehäuft) und eine Prise Salz zugeben. Noch einmal kurz mixen, damit sich das Öl gut verteilt.
  6. Frisch verwenden oder erhitzen: Frisch zubereitet schäumt der Drink nach unserer Erfahrung am besten. Für eine längere Aufbewahrung und um die Enzyme zu inaktivieren, unter Rühren auf 90–95 °C erhitzen und dort etwa 15–20 Sekunden halten oder kurz aufkochen. Danach zügig abkühlen lassen und kühl lagern. Durch das Erhitzen kann der Schaum geringer ausfallen.

Mehr zur Schäumbarkeit findest du unter Tipps für stabilen Milchschaum.

Milchschaum ohne Lecithin

Frisch zubereiteter Haferdrink kann auch ohne Öl und Lecithin gut schäumen. Für noch mehr Cremigkeit kannst du pro Liter etwa 10 g Cashews bei der Zubereitung mitmixen oder nach dem Filtern 1–2 TL Cashew- oder Mandelmus einrühren. Auch eingeweichte Mandeln lassen sich mitmixen. Wie fein und stabil der Schaum wird, hängt außerdem von den verwendeten Haferflocken und vom Aufschäumer ab.

frische selbstgemachte Hafermilch*

Beispiel Haferschaum: mit und ohne Zugabe von Öl

Vergleich Hafermilch Schaum
Mit Öl (links) erhalten wir einen feinporigen, stabilen und cremigen Schaum. Das rechte Glas ist ohne Ölzugabe und der Schaum ist deutlich geringer, gröber und zerfällt relativ schnell.

Tipps für stabilen Milchschaum

Die wichtigsten Barista-Tipps auf einen Blick

  • Frisch aufschäumen: Direkt nach der Zubereitung gelingt der Schaum nach unserer Erfahrung am besten – oft auch ohne Öl oder Lecithin.
  • Nach dem Erhitzen: Der Schaum kann geringer ausfallen. Etwas Öl und Lecithin machen den Drink cremiger und helfen, Öl und Wasser zu verbinden.
  • Mehr Cremigkeit: Den Ölanteil erhöhen oder etwa 10 g Cashews pro Liter mitmixen; auch etwas Nussmus nach dem Filtern ist möglich.
  • Haferflocken wechseln: Wenn wenig Schaum entsteht, eine andere Sorte oder Marke ausprobieren.
  • Passend aufschäumen: Einen Milchaufschäumer oder die Dampflanze einer Kaffeemaschine verwenden.

Zwei Cappuccinos mit selbstgemachtem Haferdrink: Wie fein der Schaum wird, kann je nach Haferflocken und Zubereitung unterschiedlich ausfallen.

Zum Aufschäumen des selbstgemachten Haferdrinks mithilfe der Enzyme N1/N2 haben wir noch ein paar wichtige Hinweise:

Einfluss der Haferflocken auf Geschmack und Schäumverhalten

Sollte der frische Haferdrink noch nicht gut schäumen, probiert es mit einer anderen Marke Haferflocken. Denn jede Marke unterscheidet sich leicht in Geschmack und Verarbeitung – und damit auch in der Schäumbarkeit. Meldet euch gern in den Kommentaren mit euren Erfahrungen und Tipps, welche Marke bei euch besonders guten Schaum zaubert.

Haltbarkeit & Lagerung

Frisch zubereitet schäumt der Haferdrink nach unserer Erfahrung am besten. Für die Aufbewahrung zügig abkühlen lassen, in saubere Flaschen füllen und gut gekühlt lagern.

Ohne erneutes Erhitzen: Wir empfehlen, den Drink innerhalb von 24 Stunden zu trinken. Bei uns bleibt er bei sauberer Zubereitung und guter Kühlung oft 3–5 Tage frisch und genießbar.

Nach dem Erhitzen: Wie in Schritt 6 beschrieben erhitzen, zügig abkühlen und gut gekühlt lagern. Wir empfehlen, den Drink innerhalb von 5–7 Tagen aufzubrauchen. Bei uns bleibt er unter guten Bedingungen oft auch mehrere Wochen frisch. Das ist unsere Erfahrung und hängt besonders von sauberer Zubereitung und durchgehender Kühlung ab.

Vor der Verwendung Aussehen und Geruch prüfen. Wenn beides unauffällig ist, kann eine kleine Geschmacksprobe helfen. Riecht oder schmeckt der Drink ungewöhnlich, nicht mehr verwenden. Mehr dazu findest du in unserer FAQ zur Haltbarkeit von Haferdrink.

Durch stärkere Hitze verändern sich die Proteine im Drink und können anschließend weniger gut zur Schaumbildung beitragen. Ein etwas höherer Proteinanteil kann diesen Effekt teilweise ausgleichen. Deshalb haben wir eine Rezeptvariante mit Lupinenmehl entwickelt, sodass mehr Protein für einen stabilen Schaum zur Verfügung steht. Mehr dazu findet ihr im Abschnitt Proteinstruktur.

Geeignete Aufschäumer für Haferdrink

Zum Aufschäumen eignen sich ein elektrischer Milchaufschäumer, ein Handaufschäumer oder die Dampflanze einer Kaffeemaschine. Probiere aus, mit welchem Gerät und welcher Haferflockensorte du den feinsten Schaum bekommst.

Die wichtigsten Antworten auf einen Blick findest du auch in unserer FAQ: Wie kann ich Barista-Hafermilch herstellen?

Proteinstruktur für perfekten Barista-Schaum

Pro-Tipp: Proteinanteil erhöhen – für stabilen, feinporigen Milchschaum und Latte Art

Hafer enthält von Natur aus nur wenig Protein. Proteine sind jedoch entscheidend für eine gute Schäumbarkeit, da sie sich beim Aufschäumen an der Grenzfläche zwischen Luft und Flüssigkeit anlagern. Dort stabilisieren sie die Luftbläschen, verhindern deren schnelles Zusammenfallen und sorgen für feinporigen, cremigen und langanhaltenden Schaum.

Industrielle Barista-Pflanzendrinks erhöhen den Proteingehalt daher häufig durch die Zugabe proteinreicher Zutaten, zum Beispiel Soja.

Ist der Proteinanteil zu niedrig, entstehen zwar Luftblasen, diese sind jedoch eher grobporig und instabil – vergleichbar mit Bade­schaum. Der Schaum fällt schneller zusammen und eignet sich weniger für Latte Art.

Den Proteingehalt im Haferdrink könnt ihr gezielt erhöhen, z. B. durch die Zugabe von Süßlupinenmehl. Dieses verbessert die Schaumstruktur deutlich und ermöglicht stabileren, feinporigen Barista-Schaum.

Rezeptvariante: Barista Haferdrink mit Lupinenmehl

Zutaten für 1 Liter:

  • 100 g Haferflocken
  • 5–10 g Süßlupinenmehl
  • 1 Liter Wasser
  • 1 EL MCT-Öl
  • 1 TL Sonnenblumenlecithin
  • 1 Prise Salz

Bereitet den Drink wie im Grundrezept beschrieben zu.

Bereits 5 g Lupinenmehl können die Schaumbildung deutlich verbessern. Mit steigender Menge nimmt jedoch auch der typische Geschmack der Lupine zu. Eine Dosierung von 5–10 g pro Liter ist ein guter Bereich für stabilen Schaum und angenehmen Geschmack.

Optional: pH-Wert leicht anheben, um Kaffeesäure auszugleichen

Kaffee ist von Natur aus sauer (typischerweise pH 4,5–5,5). Diese Säure beeinflusst den Geschmack des Haferdrinks und kann ihn im fertigen Getränk etwas schärfer oder weniger ausgewogen wirken lassen.

Industrielle Barista-Haferdrinks, wie z. B. von Oatly, werden deshalb gezielt auf einen neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert (ca. pH 7–8) eingestellt. Dies geschieht durch die Zugabe kleiner Mengen von Säureregulatoren wie Dikaliumphosphat oder Kaliumcarbonat. Der leicht erhöhte pH-Wert sorgt dafür, dass sich der Haferdrink geschmacklich harmonischer mit Kaffee verbindet und dessen Säure teilweise ausgeglichen wird.

Für selbstgemachten Barista Haferdrink kann eine sehr kleine Messerspitze Natron (Natriumhydrogencarbonat) helfen, den pH-Wert leicht zu erhöhen und die Kaffeesäure geschmacklich auszugleichen.

Alternativ kann auch Kaliumcarbonat (Pottasche) verwendet werden, das ebenfalls als Säureregulator eingesetzt wird und geschmacklich oft neutraler wirkt. Aufgrund seiner stärkeren Wirkung sollte es jedoch nur in sehr kleinen Mengen verwendet werden.

Wichtig:
Unabhängig vom verwendeten Säureregulator gilt: Nur sehr sparsam dosieren. Zu große Mengen können den Geschmack negativ beeinflussen.

Vergleich zwei Varianten - Haferbarista mit Lupine erhitzt und ohne Erhitzen

Dieser Haferdrink wurde anteilig mit 10 g Lupinenmehl hergestellt, links aufgekocht mit deutlich weniger Schaum. Im rechten Glas ist es der frische, nicht erhitzte Drink: das Glas ist voller Schaum.

Matcha Latte mit Hafer-Lupinendrink

Aus 100 g Haferflocken plus 10 g Lupinenmehl und mithilfe der Enzyme N1/N2 wurde dieser sehr gut aufschäumbare Haferdrink für einen Matcha-Latte zubereitet.

Barista Haferdrink Zutaten als Set

Haferdrink Barista-Paket von NECTARBAR mit Enzym-Set, Lecithin, MCT-Öl, Anleitung und Zubehör für cremigen Haferdrink im Kaffee
Das NECTARBAR Barista-Paket für cremigen, selbstgemachten Haferdrink im Kaffee.

Für ein zuverlässiges Ergebnis findet ihr im Shop ein fertiges Barista Haferdrink Set mit den passenden Zutaten wie Lecithin und Öl, abgestimmt für stabilen Milchschaum: Haferdrink Barista-Paket

Viel Freude beim Ausprobieren!

Schreibt uns und kommentiert gern, wie es bei euch klappt, welche Rezept-Variante euch am besten schmeckt und wo vielleicht noch etwas optimiert werden kann.

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