Rezepte

Haferdrink im Mila Pflanzenmilchbereiter

Du willst deinen Haferdrink selber machen und brauchst noch das passende Rezept? Selbst gemachte Hafermilch* wird nämlich schnell schleimig oder läuft in der Mila über. Mit diesem Rezept, das wir extra für die große Mila (1 Liter) erarbeitet haben, passiert dir das nicht: samtig, ohne Schleim, Süße nach Wunsch und mit einer Barista-Variante für den Kaffee. Der Schlüssel sind unsere Enzyme, dazu ein paar kleine Kniffe, die wir beim Testen herausgefunden haben.

Update Juli 2026: Das Rezept wurde von Nicola Steinborn überarbeitet und mit der großen Mila neu getestet. Die älteren Kommentare unter dem Beitrag beziehen sich teils noch auf die frühere Version für die kleine Mila.

Cremiger Haferdrink aus der Mila in der Flasche.

Warum werden selbstgemachte Haferdrinks oft schleimig?

Der Grund steckt im Hafer selbst. Erhitzt du ihn mit Wasser, quillt die Stärke auf, verkleistert und bildet ein Gel. Genau diese zähe, schleimige Konsistenz kennst du vielleicht, auch bei uns kam der Haferdrink zuerst ziemlich schleimig aus der Mila. Der Schlüssel dagegen ist ein Enzym: Unsere Enzymlösung N1, eine Alpha-Amylase, spaltet die Stärke auf. Bei rund 70 °C dazugegeben und ein paar Mal verrührt, wird der Haferdrink fast augenblicklich seidig. Wer es zusätzlich natürlich süß mag, gibt danach N2 dazu, dazu weiter unten mehr.

Mehr zu unseren Erfahrungen mit der großen Mila, dem Testablauf und der Frage, was der Pflanzenmilchbereiter gut kann und wo seine Grenzen liegen, findest du in unserem Mila-Praxistest.

Aktuelles Rezept 2026 – große Mila (800 ml)

Auf einen Blick

Arbeitszeit: ca. 10 Minuten
Zubereitung in der Mila: ca. 20 Minuten
Gesamtzeit: ca. 30 Minuten, zzgl. Einwirk- und Abkühlzeit
Menge: 800 ml

Das brauchst du (für 800 ml in der großen Mila)

So kannst du dir den perfekten Haferdrink selber machen

  1. Wasser bis zur 800-ml-Markierung einfüllen, dann Haferflocken, Öl und Salz oben in die Mixkammer geben.
  2. Unter ‚Capacity‘ 800 ml auswählen. Das ‚Grain‘-Programm der Mila starten (ca. 20 Minuten). Der Hafer wird jetzt erhitzt und fein püriert.
  3. Der Haferdrink wird am Ende in die Glaskaraffe ausgegeben. Nicht wundern: Das passiert in zwei Schritten, also einfach abwarten, bis es am Ende piept.
  4. Einmal gründlich umrühren und anschließend ein Thermometer eintauchen.
  5. Sobald der Drink auf etwa 70 °C abgekühlt ist (je nach Umgebungstemperatur nach etwa 5 Minuten), die 2 Tropfen N1 dazugeben und wieder ein paar Mal umrühren. Der Schleim verschwindet, der Drink wird sofort seidig.
  6. Bei etwa 60 °C (nach weiteren ca. 10 Minuten) die 2 Tropfen N2 dazugeben, umrühren und etwa 20–40 Minuten einwirken lassen. Je länger N2 wirkt, desto stärker entwickelt sich die natürliche Süße.
  7. Für ein besonders feines Ergebnis den Haferdrink nach der Enzym-Einwirkzeit und ausreichendem Abkühlen durch einen Leinen-Filterbeutel abseihen.
  8. In eine saubere Flasche füllen und im Kühlschrank lagern.
Haferdrink in einer Glasflasche

Barista-Variante für Kaffee

Wenn dein Haferdrink im Kaffee schäumen und schön cremig sein soll, brauchst du nur zwei kleine Ergänzungen. So kannst du auch deinen Baristadrink selber machen:

  1. Gib zusätzlich zum Grundrezept 1 TL mehr Öl (also insgesamt 3 TL) und einen gestrichenen TL Sonnenblumenlecithin direkt mit in die Mixkammer.
  2. Bereite den Haferdrink dann wie gewohnt zu.
  3. Fertig ist dein Barista-Haferdrink, sämig, fein aufschäumbar und ideal für Cappuccino und Latte.
Aufgeschäumter Haferdrink in einem Kaffeebecher

Weniger süße Variante

Wenn du deinen Haferdrink lieber weniger süß magst, lässt du einfach das Enzym N2 weg und arbeitest nur mit N1. N1 spaltet die Stärke auf und sorgt für die seidige Konsistenz, ohne dass die natürliche Süße entsteht, für die N2 sorgt. Ergebnis: ein neutraler Haferdrink, der sich pur, im Müsli oder beim herzhaften Kochen besonders gut macht.

Wenn etwas nicht klappt

  • Läuft über: zu viel Hafer auf einmal. Verringere die Menge und taste dich vorsichtig heran.
  • Zu dünn: etwas mehr Hafer nehmen oder einen Tick weniger Wasser.
  • Noch schleimig: N1 hat nicht voll gewirkt. Temperatur prüfen und ein paar Mal verrühren.
  • Zu süß: N2 reduzieren oder weglassen und nur mit N1 arbeiten.
  • Krümelig: mit dem Leinen-Filterbeutel abseihen, ein Haarsieb reicht oft nicht.

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Frischer Haferdrink hält sich im Kühlschrank etwa 2 bis 3 Tage. Wichtig ist ein sauberes Gefäß: Wir spülen die Flasche vor jedem Befüllen mit kochendem Wasser aus, das hält den Drink länger frisch. Fülle ihn zügig ab und stell ihn gleich kühl. Setzt sich etwas ab, schüttelst du ihn vor dem Trinken kurz auf. Das ist bei selbst gemachtem Haferdrink ganz normal, weil er nicht industriell homogenisiert und stabilisiert wird.

Wenn du den Haferdrink länger haltbar machen möchtest, findest du hier unsere Hinweise zum Erhitzen und zur Haltbarkeit.


Archiv-Hinweis: Unser ursprüngliches Rezept wurde 2022 von Almuth erstellt und bewusst stehen gelassen. Es entstand mit der Mila Mini und den Erfahrungen von damals. Die aktuelle, weiterentwickelte Empfehlung findest du oben; hier siehst du, wo alles angefangen hat.

Ursprüngliches Rezept von 2022 (Mila Mini, 600 ml)

Getreidedrinks mit Zugabe der Haferdrink-Enzyme können auch in einem „Vegan Milkmaker“, Nussmilchvollautomaten oder Pflanzendrinkbereiter wie z. B. der MILA (1 Liter) von Springlane oder der MARCIA (Hersteller: Klarstein) hergestellt werden. Wir haben es an einer MILA Mini (0,6 Liter) getestet und mit Hilfe von weiteren Erfahrungsberichten erweitert, sodass es sich hoffentlich auf möglichst viele Pflanzendrinkvollautomaten übertragen lässt. Schaut auch in die hilfreichen Kommentare unten oder kommentiert selbst.

Haferdrink in der Mila Mini mit NECTARBAR Enzymen
Das ursprüngliche Mila-Mini-Rezept von 2022

Zubereitung in einer MILA Mini (600 ml)

  1. 12 g Haferflocken in die Kammer geben und das ‚Grain‘ Programm und 600 ml einstellen. Dieses Programm dauert 16 Minuten und erhitzt das Wasser auf ca. 80°C. Das Programm kann also erst einmal ungestört durchlaufen.

  2. Sobald der Haferdrink fertig ist und die Mila piept, kann die Glaskanne rausgenommen werden.

  3. Warte 1-2 Minuten, bis der Haferdrink auf 75 °C abgekühlt ist. Dann einen Tropfen vom Haferdrink-Enzym N1 hinzugeben, verrühren und der Deckel wieder auf die Kanne setzen.

  4. Nach ca. 10 Minuten hat der Haferdrink schon eine Temperatur unter 65 °C erreicht, sodass 1-2 Tropfen der Haferdrink-Enzyme N2 hinzugegeben werden können. Nach weiteren 20-40 Minuten – je nach Geschmacksvorliebe – ist der Haferdrink fertig.

  5. Optional (wir empfehlen es) kann der fertige Drink durch einen Leinen-Filterbeutel abgeseiht werden. Das Ergebnis ist durch das Filtern dann sämiger und feiner, d. h. weniger kratzig im Hals.

Allgemeine Hinweise und Tipps

  • Die Haferflockenmenge für den Pflanzendrinkbereiter kann stark von unserem klassischen Rezept abweichen. Achte dafür auf die in der Bedienungsanleitung oder einem beigelegten Rezeptheft angegebene Menge. Bei der Mila Mini sind es beispielsweise 12 g Haferflocken für 600 ml. Bei Überdosierung schäumt es und läuft über! Bei einer großen Mila für 1 Liter sollten bis zu 50 g Haferflocken in einem Durchgang verwendbar sein. Das war unsere damalige Empfehlung; die aktuelle getestete Variante findest du oben.
  • Mindestens für den ersten Durchlauf empfiehlt es sich, ein Thermometer bereitzuhalten, um einen Eindruck zu bekommen, auf welche Temperatur der Pflanzendrinkbereiter erhitzt. Bei der MILA Mini sind es im Grain-Programm über 80°C, deshalb sollten die Enzyme erst nach dem Durchlauf hinzugefügt werden, wenn der Haferdrink auf ca. 75°C oder weniger abgekühlt ist. Habt das bei eurem Pflanzendrinkbereiter im Blick.

  • Auch ein Barista-Haferdrink lässt sich nach dem vollständigen Durchlaufen durch einen Pflanzendrinkbereiter noch herstellen.

Video zum ursprünglichen Mila-Rezept von 2022

Zubereitung von Hafermilch* in der Mila unter Verwendung der Haferdrink Enzyme N1/N2


FAQ: Haferdrink mit der Mila zubereiten

Bei selbst gemachtem Haferdrink ist etwas Bodensatz ganz normal. Feine Haferbestandteile setzen sich mit der Zeit ab, weil der Drink nicht wie ein industrielles Produkt homogenisiert und stabilisiert wird. Vor dem Trinken einfach kurz schütteln. Durch das Abfiltern mit einem feinen Leinen-Filterbeutel lässt sich der Bodensatz deutlich reduzieren und je nach Filterung nahezu vollständig entfernen.

Nein, zwingend nötig ist es nicht. Wir empfehlen das Filtern aber, wenn du einen besonders feinen und seidigen Haferdrink möchtest. In unserem Test blieben trotz der Mila noch feine Haferteilchen zurück, die ein Haarsieb nicht vollständig entfernt hat. Mit einem Leinen-Filterbeutel wird der Drink deutlich glatter. Lass ihn vorher ausreichend abkühlen, besonders wenn du den Beutel mit den Händen ausdrückst.

Nicht jede Haferflocke schmeckt im fertigen Drink gleich. Je nach Sorte und Hersteller kann der Haferdrink milder, cremiger, getreidiger oder teilweise auch etwas bitter oder muffig schmecken. Wenn dir der Geschmack nicht zusagt, lohnt es sich deshalb, andere Haferflocken auszuprobieren.

Gute Erfahrungen haben wir bisher unter anderem mit Feinblatt-Haferflocken von Spielberger, Rolle Mühle und Kölln gemacht. Entscheidend ist am Ende aber auch der persönliche Geschmack.

Welche Haferflocken verwendet ihr für euren Haferdrink? Schreibt eure Erfahrungen gern in die Kommentare.

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Da zusätzliche Zutaten Konsistenz und Schaumbildung verändern können, empfehlen wir, mit kleinen Mengen zu starten und dich an deine Lieblingsmischung heranzutasten. Selbst getestet haben wir diese Mischungen bei der aktuellen Überarbeitung nicht. Aus unserer Community gibt es aber gute Erfahrungen mit kleinen Mengen Cashews oder Sojaflocken zusammen mit Hafer.

Ja. Sobald N1 und – falls gewünscht – N2 zugegeben wurden und die jeweilige Einwirkzeit abgeschlossen ist, kannst du den noch warmen Haferdrink direkt für Kaffee oder Kakao verwenden. Wenn du ihn vorher filtern möchtest, lass ihn so weit abkühlen, dass du sicher mit dem Leinen-Filterbeutel arbeiten kannst.

In Nicolas Test wurde die Barista-Variante mit etwas mehr Öl und Sonnenblumenlecithin sämiger und ließ sich gut feinporig aufschäumen. Geschmacklich und von der Konsistenz kam sie für sie sehr nah an einen industriellen Barista-Drink heran. Sie eignet sich damit gut für Cappuccino und Latte. Das genaue Schaumergebnis kann je nach Aufschäumer etwas variieren.

Ja. N2 kannst du einfach weglassen, wenn du einen weniger süßen Haferdrink möchtest. N1 bleibt dabei wichtig für den Stärkeabbau und die seidige Konsistenz. Genau dafür findest du weiter oben unsere weniger süße Variante nur mit N1.

Hafer kann beim Erhitzen stark aufschäumen. Häufig liegt Überlaufen deshalb an einer zu großen Hafer- oder Gesamtmenge. Reduziere die Menge und taste dich vorsichtig heran. Unsere aktuelle 800-ml-Variante hat im Test mit der großen Mila funktioniert.

Meist hat die Stärke noch nicht ausreichend abgebaut werden können. Prüfe, ob N1 bei der passenden Temperatur zugegeben wurde, und verrühre den Drink gründlich. Auch eine zu große Hafermenge kann den Drink deutlich dicker machen. Im aktuellen Rezept geben wir N1 bei etwa 70 °C dazu.

Nötig ist es nicht, aber es macht es leichter. Die Enzyme wirken am besten in einem bestimmten Temperaturbereich, und mit einem Thermometer triffst du den ganz genau. Ohne geht es aber auch: Mit unserer Anleitung im Rezept für die Mila. Ein passendes Stab- oder Rührthermometer nimmt dir das Rätselraten aber ab und sorgt von Anfang an für ein sicheres Ergebnis.

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